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Lernarchitekturen

Interview mit einem „Büromöbelhersteller“

Wir hatten Besuch von Steelcase. Doch einfach „nur“ Büromöbelhersteller, das ist Steelcase nicht. Uns haben die Strategic Account Managerin Katja Schreiner und der Senior Workplace Consultant Helmut Kausler für einen Austausch zu neuen Lehr-/Lern- und Arbeitsumgebungen besucht. Steelcase entwickelt innovative und vielfältige Arbeits- und Lernumgebungen sowie verschiedene Dienstleistungen für einen nachhaltigen Arbeitsplatz und orientiert sich dabei an neusten Erkenntnissen der Forschung. Zudem forscht Steelcase dabei selbst kontinuierlich an neuen Ergebnissen die dazu beitragen sollen den Arbeitsalltag zu verbessern. Was bei dem Gespräch (ganz vereinfacht gesagt) deutlich geworden ist: Wir als Team der baulichen Hochschulentwicklung von HIS-HE bemessen den Flächenbedarf an Hochschulen mit dem dann Steelcase in die Ausgestaltung der Flächen geht. Wie so oft, ist also ein Zusammenwirken von verschiedenen Akteuren und Akteurinnen wichtig, um am Ende eine sinnvolle und passende Lösung zu schaffen. Den Prozess von Anfang bis zum Ende denken.

Die Bedeutung von neuen Lehr- und Lernräumen nimmt zu und die Funktionen der Räume werden neu hinterfragt. Hierbei waren wir uns alle einig – die zur Verfügung stehenden Flächen möchten neu gestaltet werden. Ist also die Struktur des klassischen Lehrraumes mit ansteigendem Gestühl in Zukunft noch sinnvoll? Von der monotonen Nutzung hin zu einer flexiblen, multifunktionalen Nutzung der Lehr- und Lernräume, um die verschiedenen Ansprüche an den Raum während des gesamten Semesters zu erfüllen und um nicht zuletzt eine möglichst hohe Auslastung der Räume zu erreichen. Mit einem für die Lehrenden zur Verfügung stehenden „Set“ an Räumen, könnte zumindest die Multimodalität einzelner Räume umgangen werden.

Im Rahmen einer Exkursion in die Niederlande haben wir die TU Delft als Best Practice Beispiel zu neuen und innovativen Lernwelten besichtigt. Die TU Delft bspw. hat den „Education Space Viewer“ über ein zentrales Raumbuchungssystem erfasst, indem u.a. nach der „Teaching Practice“ (Frontal Teaching, Debating, Collaborating, etc.) gefiltert werden kann.

Um die Fragestellungen der Hochschulen zu beantworten ist für Steelcase eine Nutzerbeteiligung von Anfang an entscheidend. „Was für ein Mensch möchtest du im Raum sein?“ Zudem finden auch bei Steelcase, ebenso wie bei unserer Flächenbedarfsbemessung, Begehungen der Räumlichkeiten statt, um Besonderheiten zu identifizieren. Immer mit der Frage: Was soll im Raum passieren? Aber auch: Was ist überhaupt möglich?

Um Vorurteile bei den Nutzern und Nutzerinnen, insbesondere bezüglich des sensiblen Themas „my office is my castle“, abzubauen, ist es wichtig die Vorteile neuer Büroraumkonzepte aufzuzeigen: Du gibst zwar etwas auf, bekommst dafür aber auch etwas ganz Neues geboten. Flächen und Räume für die Nutzer und Nutzerinnen erlebbar machen – das ist wichtig. Zum Beispiel über die Errichtung von Pilotflächen. „Wer kauft ein Auto oder ein Fahrrad ohne eine Testfahrt gemacht zu haben?“ Aus diesem Grund lädt Steelcase regelmäßig Nutzerinnen und Nutzer in das Steelcase Learning + Innovation Center nach München ein. Hier sind neue Raumkonzepte und ein ganz neues Bürogefühl erlebbar. Auch wir wurden herzlichst eingeladen und schauen schon sehr bald, sehr gerne vorbei.


Bilsquelle: Steelcase