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Forschung

Google, Amazon, Microsoft – Digitale Dienste für die Wissenschaft

Die gelebte wissenschaftliche Praxis in den universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen ist von einer Vielzahl digitaler Dienste – z. B. Werkzeuge für kollaboratives Arbeiten, für die Aufbereitung und Analyse von Daten, zum wissenschaftlichen Publizieren und für die Entwicklung von Forschungssoftware – geprägt. Diese Dienste sind oft nicht aufeinander abgestimmt und unter Aspekten der langfristigen Verfügbarkeit, der Sicherheit sowie des Datenschutzes kaum optimiert. Nur in wenigen Fällen kann man von einem nachhaltigen Portfolio an digitalen Diensten sprechen.

Auch in der Wissenschaft kommt in Deutschland Angeboten kommerzieller Dienstleister wie Google, Amazon, Microsoft, Elsevier oder Digital Science aufgrund von deren Leistungsfähigkeit und komfortablen Funktionen eine zentrale Rolle zu. Selten wird die gegenwärtige Nutzung wissenschaftlicher IT-Dienste im Hinblick auf deren Vor- und Nachteile näher beleuchtet und werden Möglichkeiten, die sich aus der Etablierung zusätzlicher wissenschaftsnaher Dienste aus der Wissenschafts-Community heraus ergeben könnten, näher betrachtet.

Einen Beitrag zur kritischen Sichtung der gelebten Praxis in diesem Bereich will die Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen, in der sich die DFG, der DAAD, die Fraunhofer-Gesellschaft, die Helmholtz-Gemeinschaft, die HRK, die Leibniz-Gemeinschaft, die Max-Planck-Gesellschaft, der Wissenschaftsrat und weitere wissenschaftliche Institutionen zusammengeschlossen haben, mit ihrer 2008 gegründeten „Schwerpunktinitiative Digitale Information“ leisten.

Mit dem Positionspapier „Digitale Dienste für die Wissenschaft – wohin geht die Reise?“, an dessen Ausarbeitung HIS-HE mitgewirkt hat, will die Arbeitsgruppe „Digitale Werkzeuge und Dienste“ der Allianz-Initiative Bewusstsein schaffen für die Anforderungen und Notwendigkeiten der Entwicklung, Bereitstellung und des Betriebs digitaler wissenschaftlicher Dienste, die aktuelle Struktur der genutzten Dienste erörtern und potentielle Lösungsansätze und Handlungsempfehlungen vorschlagen, um eine weitergehende Diskussion des Themas zu initiieren.

Das Paper dient der Entwicklung von Perspektiven und Handlungsempfehlungen aus Sicht der NutzerInnen, der AnbieterInnen sowie der Förderinstitutionen. Unter besonderer Berücksichtigung von IT-Diensten, die direkt aus Forschungs-Communitys heraus entstanden sind, wird die Notwendigkeit betont, durch differenzierte Anreize wissenschaftliche Dienste von ForscherInnen und Forschungsgruppen schrittweise einem breiten Publikum zu öffnen, die Sichtbarkeit entsprechender Arbeiten zu erhöhen und eine stärkere Integration von Funktionalitäten zur strukturierten Wissensrepräsentation in Form von Normdaten und anderen Metadaten in wissenschaftliche Abläufe und Dienste zu fördern.

Das Positionspapier lässt sich in einer deutschen und einer englischen Fassung herunterladen:

„Digitale Dienste für die Wissenschaft – wohin geht die Reise?“

„Digital services for science – where is the journey heading?“

Bibliografischer Nachweis: Konrad, Uwe; Förstner, Konrad; Reetz, Johannes; Wannemacher, Klaus; Kett, Jürgen; Mannseicher, Florian (2020): Positionspapier Digitale Dienste für die Wissenschaft. Hrsg. von der Arbeitsgruppe Forschungssoftware im Rahmen der Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen. Potsdam: Helmholtz-Zentrum Potsdam. http://doi.org/10.5281/zenodo.4301924


Bildquelle: Pexels/ThisIsEngineering


Dr. Klaus Wannemacher